The Last Exor­cism & The Next Chap­ter

Der letz­te Exor­zis­mus

Cot­ton Mar­cus (Patrick Fabi­an) stammt aus einer (frei­kirch­li­chen) Pre­di­ger-Fami­lie, wur­de vom Vater als „Kin­der-Pre­di­ger“ auf­ge­baut. Als er als Erwach­se­ner sei­nen Glau­ben ver­lor, stan­den Kar­rie­re (und Fami­li­en-Ein­kom­men) auf dem Spiel, also muß­te wei­ter­ge­macht wer­den wie bis­her – Show-Exor­zis­men, gute Mie­ne, böses Spiel. Mar­cus sagt im Bio­pic (man kann Found Foota­ge sagen), denn so ist der Film auf­ge­baut, der ihn kon­kret zu einem Exor­zis­mus beglei­tet, wer an Jesus glau­be, müs­se zwin­gend auch an Dämo­nen glau­ben, da Jesus ja selbst Exor­zist gewe­sen sei. Das läßt sich nicht abstrei­ten und bil­det eine inter­es­san­te Grund­la­ge für die­sen Film, der mei­ne Kri­te­ri­en für Exor­zis­mus-Fil­me nicht erfüllt, den ich aber häu­fi­ger als ande­re Exor­zis­mus-Fil­me gese­hen habe.

Was mich begei­stert ist, wie kalt der „gefal­le­ne Pre­di­ger“ vom The­ma erwischt wird, als er auf der Farm von Lou­is und sei­ner Toch­ter Nell (Ash­ley Bell) erlebt, daß da eine ech­te böse Prä­senz am Werk ist. Das soll der Dämon Aba­lam sein, den es tat­säch­lich in magi­schen Gri­moi­res gibt.

So bleibt der Film span­nend, weil er auf der einen Sei­te über­zo­gen star­tet, aber in den Details ’nach hin­ten raus’ über­zeu­gend gefilmt ist. Er geht zudem in eine ganz ande­re Rich­tung, als man erwar­tet hat, auch das ist inter­es­sant: Wäh­rend am Ende das Trau­ma eine mög­li­chen Ver­ge­wal­ti­gung Nells im Raum steht – sie ist schwan­ger -, sind es doch der ört­li­che Pastor und sei­ne Gehil­fin, die offen­bar einen sata­ni­schen Kult anfüh­ren. Das alles in einem feucht-schwü­len Ambi­en­te in Loui­sia­na – eine Tour de Force durch ver­schie­de­ne Film-Kli­schees, aber doch zusam­men­ge­hal­ten durch den – für mich – sym­pa­thi­schen Schau­spie­ler des Cot­ton Mar­cus, Patrick Fabi­an.

Als Fazit mag man anfüh­ren: Wer vom Glau­ben abfällt, wird durch den Teu­fel umkom­men. Oder: die Dämo­nen sind die Mit­men­schen, denen man zu oft ver­traut.

The Last Exor­cism – The Next Chap­ter

Der zwei­te Teil, 2013 drei Jah­re nach dem ersten erschie­nen, kon­zen­triert sich auf Nell, die hier ganz her­vor­ra­gend erneut von Ash­ley Bell gespielt wird. The Next Chap­ter wur­de aktu­ell auf Net­flix hin­zu­ge­fügt.

Nell hat also das Ende von Film 1 über­lebt, wird ver­stört auf­ge­fun­den, kommt in eine Frau­en-WG. Im Grun­de setzt der Film nun schlicht­weg das The­ma um: was ist mit Aba­lam, was ist mit der Beses­sen­heit?

Dabei greift er auf alle Kli­schees zurück, die man sich aus­den­ken kann, was ein gro­ßer Nach­teil der Ver­fil­mung ist. Es muß halt irgend­wie alles mit rein: die zur schwü­len Mar­di-Gras-Atmo­sphä­re New Orleans’ pas­sen­de unter­schwel­li­ge Sexua­li­tät, die Mas­ken, die Män­ner­ge­stal­ten, die sich für Nell inter­es­sie­ren, die gegen die Fen­ster flie­gen­den Krä­hen – bis hin zu einem “Orden des Pfa­des der rech­ten Hand”, der sich mit dem Wort CROA­TOA, das man zwecks Exor­zis­mus auf Nells Bauch schreibt, auf das myste­riö­se Ver­schwin­den neu­eng­li­scher Sied­ler auf einer Insel vor der ame­ri­ka­ni­schen Ost­kü­ste Ende des 16. Jahr­hun­derts bezieht. Allein über die Pfa­de der lin­ken und rech­ten Hand müß­te man etli­ches schrei­ben. Mög­li­cher­wei­se wird ‘rech­te Hand’ erwähnt, weil es dabei um, sagen wir, das För­dern von Ord­nung geht.

Das heißt für mich: Ash­ley Bell kann den kli­schee­trie­fen­den Strei­fen nicht ret­ten. Sie selbst wird auch nicht geret­tet – und die Schluß­sze­nen sind sowas von däm­lich…

Mein Tip: hal­tet euch an den ersten Teil, der ein­fach ein guter Hor­ror­film ist. Teil 2 dann nur für Fans von Ash­ley Bell.

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