Stel­la Nomi­ne 2025 – Sams­tag

Wet­ter­um­schwung! Als wir aus dem Wagen kro­chen, war es kom­plett bewölkt und ziem­lich kühl. 10° weni­ger – 26 – soll­ten es heu­te wer­den. Irri­tie­rend nah­men wir zur Kennt­nis, daß zen­tral im Camp-Bereich Schla­ger und Par­ty-Mucke gespielt wur­de, so auch der “Som­mer­hit” “Wackel­kon­takt”. Unser Wohn­wa­gen-Nach­barn waren auch not amu­sed. Man kann es halt nicht ein­schät­zen, war­um man so etwas bei so einem Festi­val spie­len muß: Cor­ri-May sah die Leu­te wohl kurz und mein­te: “Das ist Pro­vo­ka­ti­on.” – Zumal die Musik lief, als gut 80% des Camps noch penn­te.

Die Ope­ner, Vam­py­ros Les­bos, hör­ten wir vom Camp aus. Hmm, ein Mann wür­de es spä­ter so beschrei­ben: “Da meinst du, du stehst neben einer KiTa – die sin­gen so Kin­der­rei­me ab zu stamp­fen­dem Beat.” 😂

Wir gin­gen vor die Büh­ne, wo man gera­de Kaf­fee & Kuchen aus­gab; viel Andrang, kein Platz für alle. Im Zelt tra­fen wir die Band Pho­to­phor, die lei­der in die­sem Jahr kei­ne Zusa­ge fürs SN bekom­men hat­te. Sym­pa­thi­sches Duo – ein­fach mal rein­hö­ren

Als ich den Orga­ni­sa­tor, Tho­mas Rich­ter, sah, sprach ich ihn kurz aufs Festi­val an, dank­te ihm für die Mög­lich­keit, hier so tol­le Tage ver­brin­gen zu kön­nen. Er kann­te mein Blog nicht, obwohl ich öfter mit dem SN-Account inter­agie­re – ver­mut­lich betreut jemand anders die ‘Social Media’. Daher spra­chen wir eher kurz über Besu­cher- und Vor­ver­kaufs­zah­len und eine mög­li­che Ergän­zung im näch­sten Jahr.

Mit M. aus dem Erz­ge­bir­ge, den wir mit sei­ner Part­ne­rin gestern schon getrof­fen hat­ten, kam ich in ein lan­ges Gespräch. Am Ende lach­ten wir uns an und mein­ten: “Brü­der im Gei­ste – wir blei­ben in Kon­takt!”

Doch über die­ses Gespräch haben wir Ann my Guard nicht mit­be­kom­men. Das war scha­de, denn was ich ab und an hör­te, hät­te ich ger­ne inten­si­ver genos­sen. (Wäh­rend ich den Text hier schrei­be, höre ich die Künst­le­rin wie­der ein­mal im Hin­ter­grund – sehr gut, gefällt mir.)

Dann Vlad in Tears – und wie­der ein­mal die Fest­stel­lung, um wie­viel inten­si­ver so ein Auf­tritt auf klei­ner Büh­ne ist, als z.B. beim Amphi. Hat mir rich­tig gut gefal­len der dyna­mi­sche Auf­tritt.

Wie­der tra­fen wir ein Paar aus dem letz­ten Jahr, mit denen wir uns unter­hiel­ten. Man tausch­te sich über Ver­an­stal­tun­gen usw. im Köln-Bon­ner Raum aus. Lei­der haben wir uns nicht beim Cold-Hear­ted-Festi­val letz­tes Jahr in Bochum getrof­fen. Viel­leicht hät­ten wir mal für gemein­sa­me Unter­neh­mun­gen im Raum zwi­schen Frank­furt und Köln Num­mern aus­tau­schen sol­len, aber wir haben uns spä­ter am Sams­tag nicht mehr getrof­fen.

Black Mail Caba­ret: Das unga­ri­sche Duo, das man auch dem “Pop Noir” zuord­net, bot eine gute, fes­seln­de Show, v.a. von Front­frau Eme­se Arvai-Illes und ihrer aus­sa­ge­kräf­ti­gen Stim­me getra­gen. Die Musik wür­de ich als ein­gän­gi­gen Syn­th-Pop bezeich­nen, immer wie­der mit kla­ren Melo­die­strän­gen, so in Bête Noi­re. Wer­de ich in Zukunft wesent­lich inten­si­ver hören.

Syl­vai­ne mit Front­frau Kath­ri­ne Eliza­beth She­pard, einer Nor­we­ge­rin, die seit 2013 mit die­sem Solo-Pro­jekt vier Alben pro­du­ziert hat. Die Musik, ich wür­de sie in Rich­tung Doom Metal ein­ord­nen, klingt für mei­ne da nicht so affi­nen Ohren ziem­lich gleich. Und eine Sän­ge­rin mit hoher Stim­me, die growlt? Schwie­rig… (für mich)

Nach dem Son­nen­un­ter­gang sind wir zum Essen zum Wagen zurück­ge­gan­gen. Und es muß­te dann doch bei unter 20° etwas wär­me­re Klei­dung ange­zo­gen wer­den.

Im Anschluß trat der Herr Hepp­ner auf, der mit dem Herrn ASP aus mei­ner ganz per­sön­li­chen Sicht eine klei­ne Schwä­che teilt: man trifft nicht immer den rich­ti­gen Ton. Und wenn selbst Cor­ri-May sagt: “Shit, der liegt dane­ben”, dann heißt das schon was. 😅 Wolfs­heim lieb­te ich trotz­dem innig. Das erste Mal Hepp­ner solo vor vie­len Jah­ren war in mei­nen Augen ein “down­gra­de”. So ist es auch jetzt: da ist in mei­ner Wahr­neh­mung doch etwas Luft raus. Aber: der “Tanz­zwang” wirk­te auf die Men­schen, Hepp­ner wur­de eben doch gefei­ert, ich gön­ne es ihm von Her­zen. Er sang auch “The Spar­rows and the Night­ingales” sowie “Die Flut”, das er als Med­ley mit einem ande­ren Song ver­wur­ste­te.

Head­li­ner an die­sem Abend – und Head­li­ner des Festi­vals sozu­sa­gen: Dra­co­ni­an. Das ist wie­der so eine Rich­ter­sche Idee, den “Schwar­zen” auch ein biß­chen Metal zukom­men zu las­sen. Im letz­ten Jahr funk­tio­nier­te das mit Clouds extrem gut (für mich). Das war ein inten­si­ver Auf­tritt, der mir in Erin­ne­rung geblie­ben ist. Dra­co­ni­an aus Schwe­den machen Doom Metal, der, wie oben schon geschrie­ben, auf mich eher mono­ton wirkt. Die Sän­ge­rin singt mit kla­ren Vocals, der Sän­ger growlt. Jaaa, also… Nö. Ich brau­che das nicht und muß auch nicht auf einem ’schwar­zen Festi­val’ im Publi­kum ste­hen­blei­ben, nur weil der Orga­ni­sa­tor sein Herz an den Metal ver­lo­ren hat.

Also küh­les Bier vor dem Auto getrun­ken, früh schla­fen gegan­gen. Ich wür­de sagen, es war sowie­so – komi­scher­wei­se – in die­ser Nacht sehr früh all­ge­mein ruhig. (Das Ich habe ich de fac­to ver­schla­fen.)

Das Stel­la Nomi­ne – The Blackest One war auch 2025 wie­der See­len­bal­sam.

Gibt es Kri­tik oder erwäh­nens­wer­te Din­ge für die drei Tage? Wir waren nicht in Tor­gau, haben also nicht die kosten­lo­sen Ange­bo­te, für die das Festi­val-Ticket als Ein­tritts­kar­te dient, mit­be­kom­men. Das kann man z.B. im letzt­jäh­ri­gen Bericht nach­le­sen. Es war die­ses Jahr schlicht­weg zu warm für eine Shut­tle-Bus­fahrt in die Stadt, rum­lau­fen, Rück­fahrt + gan­zes Festi­val…

Dafür gab es immer einen Sitz­platz, wenn man danach such­te. Dank “ganz nor­ma­ler Bier­tisch­gar­ni­tu­ren” konn­te man sich auch fle­xi­bel zu ande­ren Leu­ten dazu­set­zen.

Müll­pfand – pro Per­son 5€. Wer einen zumin­dest halb­vol­len Müll­sack zurück­gibt, erhält die 5€ zurück. Ich bin kein Freund von sol­chen Zwangs­ge­schich­ten, weil ich mei­nen Müll mit­neh­me, auch kaum Müll pro­du­zie­re, den ich “zurück­ge­ben” könn­te. Hin­zu kommt, daß alles als Rest­müll ent­sorgt, also nicht getrennt wur­de. Ich weiß nicht, ob der Ver­an­stal­ter schlech­te Erfah­run­gen mit “Hin­ter­las­sen­schaf­ten” gemacht hat, so daß es jetzt so ein System gab.

Etli­che Leu­te kom­men mit Wohn­mo­bi­len oder ‑anhän­gern. Es gab m.W. kei­ne spe­zi­el­le Mög­lich­keit, die Che­mie-Toi­let­ten zu ent­lee­ren. Auf dem M’era Luna stan­den neben Dixies so gro­ße Tanks, die dazu gedacht waren. Das wäre eine gute Berei­che­rung für das näch­ste SN, wenn es zumin­dest an einem Ort (Wischi-Waschi-Bereich?) so eine Ent­sor­gungs­mög­lich­keit gäbe.

Berich­tet hat der Rush, hier mit Cor­ri-May auf dem SN-Gelän­de. Bis näch­stes Jahr! Rush out.

4 Gedanken zu „Stel­la Nomi­ne 2025 – Sams­tag“

    1. Hi Asch,
      ja, im Nach­hin­ein dop­pelt scha­de, weil der Mann, mit dem ich mich da so gut unter­hal­ten habe, sich nicht mehr mel­det… Da hät­te ich mehr von Ann my Guard gehabt…

  1. Hi,
    ange­regt durch eure anschau­li­chen Berich­te von die­sem klei­nen Sze­ne­fe­sti­val und genervt von den gro­ßen kom­mer­zi­el­len Festi­vals, wo die immer glei­chen Bands im Rota­ti­ons­ver­fah­ren zu spie­len schei­nen, schau­te ich gleich mal nach dem Ter­min für das näch­ste Jahr. Ernüch­ternd stell­te ich fest, dass der Ter­min mit mei­nem Job lei­der nicht ver­ein­bar ist, da es schon am Don­ners­tag beginnt. Das ist so scha­de. Es bleibt die Über­le­gung erst ab Frei­tag Abend dazu
    zusto­ßen.…..

    1. Hi Nata­scha, ja, beim Stel­la Nomi­ne ist der Sonn­tag “raus”, daher müß­te man zumin­dest den Don­ners­tag noch als Urlaubs­tag ein­pla­nen, gera­de wenn man von wei­ter her anreist. Ich kann mich dar­an erin­nern, daß wir mit Besu­chern über den Sonn­tag gespro­chen haben, aber nicht nicht mehr genau, was die Aus­sa­ge war. Ich mei­ne, etwas à la “Sonn­tag ist in Tor­gau hei­lig”, da gibts kei­ne Tages­ver­an­stal­tun­gen bis in den Abend hin­ein. Kann mich aber auch irren. Ich wür­de es von der Band­aus­wahl abhän­gig machen: ich emp­fand die Frei­ta­ge und Sams­ta­ge der letz­ten bei­den Jah­re bes­ser vom Pro­gramm her als die jewei­li­gen Don­ners­ta­ge.

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