Wer zu Halloween so was richtig Slashiges sehen will, darf jetzt aufhören zu lesen. Denn Hallow Road ist eher wie eine Art Kammerspiel auf Rädern – der überwiegende Teil des Films findet in einem Auto statt. Es ist kein lauter und hektischer Film, sondern einer, bei dem das Gruseln bei mir erst nach dem Ende und beim Drüber-Nachdenken kam.
Das grundsätzliche Thema: in einer Notsituation zeigen die handelnden Menschen ihre Charakterstruktur. Da ist Tochter Alice, die vom Weg, den die Eltern wünschen, abweicht – auf mindestens zweierlei Weise. Da ist Mutter Maddie, die ihren Job verloren hat, aber nun einen fokussiert technischen Lösungsansatz bietet, der auch auf einer zweiten Ebene ein nachträgliches Sich-Beweisen ist. Da ist der Vater Frank, der das Recht zugunsten seiner Tochter mißachten will. “Verantwortung übernehmen”, ein Thema, das v.a. Mutter und Tochter vereint, wird zu einem traumatischen Grundthema.
Die Eltern fahren durch die Halloween-Nacht 2024, weil Alice einen Autounfall hatte. Sie telefonieren mit der Tochter. Zwei Ebenen laufen parallel und man kann dem Regisseur Babak Anvari vorwerfen, etwas planlos Horrorelemente eingestreut zu haben. Lange bevor die Eltern eintreffen, kommt ‘Hilfe’ von einem Paar, das von den gleichen Darstellern der Eltern gesprochen wird. Etwas verändert sich mit Alice, bei den Eltern steigt Panik auf. “Die Menschen, die du deine Eltern nennst, können nichts mehr für dich tun.”
Ich muß mich hier beschränken, würde gerne mehr schreiben, aber dann wäre auch alles erzählt. Alles? Nein, alles kann ich nicht erzählen, weil ja auch für mich als Zuschauer die Frage zurückbleibt: mit wem haben Frank und Maddie eigentlich telefoniert?
Für mich einer dieser Filme, die “hängenbleiben”, die mich beschäftigen, auch Tage nach dem Schauen.