Exor­zist – Der Anfang (Film)

Die­sen 2004 von R. Har­lin gedreh­ten “Pre­quel” zum Ori­gi­nal­film habe ich ursprüng­lich im Fern­se­hen gese­hen und bewer­te ihn mit *****, also dem Grun­de nach – für mich – bes­ser als das Ori­gi­nal. Der Text spoi­lert die Hand­lung des Films! (Wiki­pe­dia)

Der auf vie­len Ebe­nen inter­es­san­te Film spielt in Ost­afri­ka kurz nach dem Zwei­ten Welt­krieg. Lan­ca­ster Mer­rin, Ex-Prie­ster und Archäo­lo­ge, soll für einen Samm­ler nach einem Arte­fakt, einem „mythi­schen Dämon“ suchen, der sich ver­mut­lich in einer neu ent­deck­ten Kir­chen­rui­ne aus dem 5. Jahr­hun­dert befin­den soll.

Die Hand­lung spielt in einer klei­nen Busch­sta­ti­on, wo u.a. die jüdi­sche Ärz­tin Nowak und der ‘Wider­ling’ Jef­freys arbei­ten; Mer­rin wird vom jun­gen Prie­ster Fran­cis aus dem Vati­kan beglei­tet. Es ent­steht der Ein­druck, daß vor Ort und im nahen Dorf der Ein­hei­mi­schen selt­sa­me Din­ge pas­sie­ren: eine Frau gebärt ein totes, mit Maden über­sä­tes Kind, Wind­stö­ße, Strom­aus­fäl­le, Hyä­nen­an­grif­fe häu­fen sich, Uhren blei­ben ste­hen. In besag­ter Kir­che fin­det sich eine gro­ße Luzi­fer-Dar­stel­lung; das mäch­ti­ge Kreuz wur­de abge­bro­chen und falsch her­um auf­ge­hängt. Mer­rin fin­det durch die ver­schieb­ba­re Altar­plat­te einen Zugang tie­fer in den Berg hin­ein, wo er eine Sta­tue des gesuch­ten Dämons ent­deckt und sofort von tau­sen­den Flie­gen umge­ben wird.

Der vor­he­ri­ge Gra­bungs­lei­ter ist ver­rückt gewor­den: auf sei­ner Zelt­wand steht in Ara­mä­isch „Der Gefal­le­ne wird auf­er­ste­hen in Strö­men aus Blut“, zudem hat er vie­le Bil­der gemalt, auf denen auch der Dämon zu sehen ist.

Vom Anstaltsprie­ster erhält Mer­rin eine Aus­ga­be des Ritua­le Roma­num. Er erklärt, der ehe­ma­li­ge Aus­gra­bungs­lei­ter sei vom Teu­fel „berührt“, aber nicht beses­sen gewe­sen. Doch wer ist dann ‘beses­sen’? Zunächst wird ver­mu­tet, der Dämon habe von dem Jun­gen Joseph Besitz ergrif­fen, um den her­um selt­sa­me Din­ge pas­sie­ren. Als es zwi­schen bri­ti­schen Sol­da­ten und den Ein­ge­bo­re­nen zu Kämp­fen kommt, ver­stecken sich Pater Fran­cis und Joseph in der Kir­che, wo Fran­cis das Ritua­le Roma­num beginnt, um den ver­meint­li­chen Dämon aus­zu­trei­ben. Die Ärz­tin Nowak tötet Fran­cis in der Kir­che und hier wird klar, daß der Dämon in ihr ist, nicht in dem Kind. Auch war der ehe­ma­li­ge Gra­bungs­lei­ter der Ehe­mann Nowaks, daher die ‘Berüh­rung’ mit dem Dämon.

Mer­rin betet das Ritua­le Roma­num im Dia­log mit dem Jun­gen Joseph und schafft es in einem span­nen­den Show­down, den Dämon aus­zu­trei­ben, wonach Nowak aber trotz­dem aus einer Kopf­wun­de blu­tend ver­stirbt. Über die­ses Ritu­al fin­det Mer­rin zum Glau­ben zurück; im Abspann ist er wie­der als Prie­ster zu sehen.

Die Dämo­nen­sta­tu­et­te, die im Vor­spann des Films zu sehen ist, fällt kurz in Merrins Hän­de, um dann wie­der vom Sand zuge­weht zu wer­den. Am Ende ist klar: bereits 50 Jah­re zuvor war der Dämon aus der ver­gra­be­nen Kir­che frei­ge­wor­den und hat­te das Dorf aus­ge­rot­tet, was vom Vati­kan als „Pest­aus­bruch“ dekla­riert wor­den war. Und 1400 Jah­re zuvor kämpf­ten an dem Ort zwei Armeen, die sich gegen­sei­tig abschlach­te­ten. Damals fand ein über­le­ben­der Prie­ster die Dämo­nen­sta­tu­et­te, die nun wei­ter­hin im Sand auf einen, den näch­sten Fin­der war­tet.

Ein span­nen­der, atmo­sphä­ri­scher Film, bei dem lan­ge unklar ist, wie genau der Dämon wirkt.

Und als Nach­trag: ich mei­ne, **** wür­den heu­te auch rei­chen. Aus der Viel­zahl der nach der Rezen­si­on gese­hen Fil­me sticht er nicht mehr als so über­ra­gend gut her­aus.

DAH­MER: Mon­ster (TV-Serie)

frreepik.com - 18+Bit­te beach­ten: Im Sin­ne des Jugend­schut­zes wei­se ich dar­auf hin, daß hier sen­si­ble Inhal­te eines Medi­ums (Film, Serie, Buch) bespro­chen wer­den. Der Text soll­te ab Voll­jäh­rig­keit gele­sen wer­den.

 

10. und letz­te Fol­ge der Net­flix-Serie – Jef­frey Dah­mer erhält im Gefäng­nis Besuch von sei­nem Vater. Nach einem Gespräch über dies und das sowie Dah­mers Wunsch, sich tau­fen zu las­sen, fragt er sei­nen Vater sinn­ge­mäß: Wirst du mir je für das, was ich tat, ver­ge­ben kön­nen? Lan­ge Nah-Ein­stel­lung auf das Gesicht des Vaters, bis das „Ja, ich wer­de dir ver­ge­ben“ kommt.

Ich bin selbst Vater zwei­er Söh­ne. Oft habe ich mich in die­sen Vater Dah­mer hin­ein­ver­setzt, weil es für einen Vater – für Eltern – das Schlimm­ste ist, wenn das eige­ne Kind zum Mas­sen­mör­der und Kan­ni­ba­len wird. 17 Men­schen ermor­de­te Dah­mer, zer­stückel­te sie, aß zum Teil ihr Fleisch, alles in dem Wunsch, sie „kon­trol­lie­ren“ und „bei sich behal­ten“ zu kön­nen. Kann man – als Vater – die­sem Mann – Sohn – ver­ge­ben?

Es war aus­ge­rech­net mein jün­ge­rer Sohn, der mich auf die Serie bei Net­flix auf­merk­sam mach­te. Er schaue da etwas über einen Mas­sen­mör­der, das sehr gut nach­voll­zieh­bar gefilmt sei. Man bekom­me einen guten Ein­blick in die Gefühls­welt die­ses Man­nes. „DAH­MER: Mon­ster (TV-Serie)“ wei­ter­le­sen

Run Rab­bit Run (Net­flix)

Wenn ich an mei­ne Kind­heit zurück­den­ke, gibt es hor­ror­tech­nisch eini­ge Fil­me, die mich ziem­lich geschockt haben. Allen vor­an Hti­tch­cocks “Die Vögel”. Weil ich selbst Vögel beob­ach­te­te, war das Ver­hal­ten der Vögel im Film um so ver­stö­ren­der.
Dann “Pick­nick am Valen­tins­tag”, der ein­zi­ge Film, der mir wirk­lich Alp­träu­me ein­ge­ge­ben hat.

Jetzt ist da “Run Rab­bit Run” aus Austra­li­en, der sich in ver­stö­ren­der Inten­si­tät in mei­ne Rea­li­tät als Mitt-50er gräbt. Schei­ße, ist der gut!
Mut­ter und Toch­ter, Tren­nung vom Vater. Ein wei­ßer Hase, das Hasen­mo­tiv, die ver­schwun­de­ne Schwe­ster der Mut­ter. Nun ist sie – irgend­wie – wie­der da. Das düste­re Geheim­nis – 18 Minu­ten vor dem Fil­men­de erfah­ren wir es.

Wer Net­flix hat: anse­hen! Für mich einer der besten Hor­ror­fil­me, den ich seit lan­gem auf Net­flix gese­hen habe. Arbeit des Kame­ra­teams – erste Sah­ne! Sound­track so pas­send, daß ich ihn immer wie­der bewußt an ver­schie­de­nen Stel­len des Films wahr­neh­me.

Und Erin­ne­rung (kei­ne Wer­bung): Net­flix hat jetzt auch eine Abo-Ver­si­on mit Wer­bung. 5€/Monat und – ist sie Ali­ce?

“Du bist ein Mon­ster!”

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