Kir­li­an Came­ra, Kult­tem­pel, 29.12.2023

Das Jahr beschlos­sen wir im Kult­tem­pel in Ober­hau­sen, wo Kir­li­an Came­ra im Rah­men ihrer “Black Pyramid”-Tour gastier­ten.

Als Vor­band über­zeug­ten mit sehr pri­vat wir­ken­der Show A Spell Insi­de (Wiki­pe­dia). Sän­ger Micha­el Roe­der war dem Publi­kum zuge­wandt, sprach es an – das gehört für mich zu einem schö­nen Auf­tritt dazu. Nichts has­se ich mehr als Bands, die ohne irgend­was zu sagen ihre Lie­der run­ter­schrum­meln (run­ter­ta­steln?). Natür­lich war ‘Frei Sein’, eines mei­ner Lieb­lings­lie­der, auf der Set­list. Sehr gut gefiel mir der neue Song ‘Cele­bra­te the Past’. Lie­der in Eng­lisch und Deutsch wech­sel­ten sich ab.  Roe­der bedank­te sich bei der Per­son, die den Gig als Vor­band für heu­te arran­giert hat­te (Name ist mir ent­fal­len – Klaus?); das war wohl der­je­ni­ge, mit dem die erste Ver­öf­fent­li­chung der Band auf­ge­nom­men wor­den war, soweit ich ver­stand, das Lied ‘Boun­da­ry’.

Da Roe­der auch Sän­ger von Behind the Sce­nes ist (Wiki­pe­dia), die ich 1999 auf dem Zil­lo-Festi­val gese­hen habe, wur­de ein Song die­ser Band gespielt. Roe­der sag­te, es gebe oft die Fra­ge nach neu­em Mate­ri­al (ich bezog das auf BTS, nicht ASI), aber da sei nichts geplant; es blei­be aktu­ell bei Live-Auf­trit­ten.
Bei der Dis­co im Anschluß an die Kon­zer­te war Roe­der auf der Tanz­flä­che unter­wegs.

Noch zwei Bil­der zu A Spell Insi­de:

Kir­li­an Came­ra tra­ten danach als Trio auf – es fehl­te der auf dem Black-Pyra­mid-Tour­pla­kat zu sehen­de Gitar­rist Ales­san­dro Come­rio. Bergami­ni und Fos­si wur­den von Mia Win­ter Wal­lace am Bass unter­stützt. Die Show ist auf Fos­si fokus­siert, die zunächst mit lan­gem Man­tel auf die Büh­ne kam, wor­un­ter sich eng­an­lie­gen­de Lack-Klei­dung ver­barg. Bergami­ni – mit Leder­jacke, Mili­tär­müt­ze und Son­nen­bril­le – ‘ver­schanz­te’ sich hin­ter sei­nen Note­books (Asus und HP im übri­gen, nicht die in der Musik­sze­ne all­ge­gen­wär­ti­gen Mac­books) und war kaum zu sehen. Sei­ne Band, 1980 gegrün­det, ist ein Phä­no­men und wohl auch Cha­mä­le­on, weil Mit­glie­der kamen und gin­gen und es etli­che Sei­ten­pro­jek­te gab.

Die Set­list im Kult­tem­pel war – soweit ich das als Nicht-Hard­core-Fan beur­tei­len kann – aus den wich­tig­sten Songs zusam­men­ge­setzt, als da wären Hel­den­platz, Edges, Eclip­se, Night­glo­ry, Blue Room… (Bei Setlist.fm ist die Liste vom 14.12.23 online.) Viel­leicht am wenig­sten moch­te ich das Sta­lin­grad-Cover “Hei­li­ger Regen”, ja… es bringt so ein paar Erin­ne­run­gen zu den frü­he­ren Kon­tro­ver­sen um Kir­li­an Came­ra hoch.
Neue Songs vom bald erschei­nen­den Album “Radio Signals for the Dying” wur­den gespielt, u.a. Il Tem­po Pro­fon­do und ‘Göt­ter, geht weg’.

Zwei­mal ging man kurz von der Büh­ne, war­te­te aber die Zuga­be-Rufe nicht vor dem Zurück­kom­men ab. Das war – gera­de was Bergami­ni anging, der gar nichts zum Publi­kum sprach, – das Gegen­teil von Micha­el Roe­der.
Beschlos­sen wur­de das Kon­zert von einer sicht­lich gut gelaun­ten Fos­si mit der ita­lie­ni­schen Ver­si­on von ‘Guten Abend, gute Nacht’, der ein sehr ruhi­ges, stim­mungs­vol­les Lied folg­te, das neu zu sein schien, weil die Sän­ge­rin die Lyrics zur Sicher­heit in Text­form dabei hat­te. (Titel usw. gern als Kom­men­tar dalas­sen.)

Schö­nes Kon­zert, rou­ti­niert prä­sen­tiert. Der Sound her­vor­ra­gend aus­ge­steu­ert (auch bei der Vor­band). Sehr lobens­wert auch die Ein­blen­dung auf der Lein­wand: Free Juli­an Assan­ge. Das Publi­kum ging zuneh­mend mit und fei­er­te die Band, auch wenn ich nicht wie im Orkus-Bericht zu einem ande­ren Kon­zert der Tour sagen wür­de, daß die Stim­mung “am kochen” war. Lei­der gab es hin­ter mir drei Dep­pen, die nur Sau­fen und Rum­brül­len im Sinn hat­ten, aber das ist lei­der kaum zu ändern.
(Wei­te­re Fotos am Ende.)

Im Anschluß war Dis­co unter dem Mot­to ‘Schwarz – All Styl­es of Dark’. Ich habe bis 2 Uhr getanzt, wobei ich – wohl wegen des wei­ßen Barts – oft ein net­tes Lächeln bekom­me. Die Musik war gut gemischt, aber für mich ein biß­chen zu elek­tro­la­stig – ich hät­te ger­ne mal Sisters oder Fields dabei gehabt. Ein jun­ger Mann, viel­leicht Mit­te 20, kam zu mir und mein­te: “Ich fin­de Ihren Bart toll.” Oh Gott, wie­der das Gesie­ze… 😂

Alles in allem wie­der ein sehr erfül­len­der Abend in einer ganz beson­de­ren Loca­ti­on.
Vom Publi­kum her ein hohes Durch­schnitts­al­ter – ich habe kei­ne Per­son gese­hen, die ich bewußt unter 20 ein­ge­schätzt hät­te. Ok, die sind wohl auch nicht Ziel­pu­bli­kum von Kir­li­an Came­ra.

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