Ein Flyer auf dem M’era Luna machte mich neugierig: The Awakening aus Südafrika würden ein paar Konzerte in Europa spielen, u.a. in Köln – auf der “The Lost Theatre Tour”.
Sänger Ashton Nyte ist eine Art Tausendsassa, hat etliche Solo-Alben veröffentlicht, und eben 13 (!) mit/als The Awakening zwischen 1997 und 2024 – zuletzt das schlicht “The Awakening” genannte Werk, jetzt, 26, “The Lost Theatre” – mit gleichnamiger Tour.
Nyte wird auch als der “südafrikanische David Bowie” bezeichnet, was vermutlich sowohl auf das Aussehen, als auch auf die Stimme gemünzt ist. Für mich hat er auch etwas von Rogue von den Crüxshadows oder dem jungen Adam Ant.
Wir fuhren zum Club Volta in Köln, der eine halbe Stunde vor Beginn noch sehr leer war. Small Talk mit dem Barkeeper – und wir erfuhren: zweistelliger Ticketverkauf, sehr schade alles… Oha. Und ja, später waren “wir” so um die 70 Leute, die sich alle mit Klatschen, Rufen Mühe gaben, wie 200 zu klingen.
Da ich kein regelmäßiger Awakening-Hörer oder Fan bin, kann ich nicht allzuviel zur Setlist sagen, die auch für den Abend nicht online erstellt wurde. Nyte spielte entweder E‑Gitarre oder Akustik-Gitarre, Drummer “Brother Seven” (?) spielte auch E‑Piano, hinzu kam Bassist XY (“Dunker” mit Nachname? Leider sind fast alle Quellen (Website, Wikipedia) auf Nyte fokussiert, so daß ich von wechselnden Musikern für Live-Auftritte ausgehe.)
Ich kannte vorab v.a. die Songs der Anthologie XV. Sehr schön die Piano-Version von “Amethyst”. “Fault”, “Indian Summer Rain” und “Nothing like the Rain” waren beim Hören Favoriten, wurden zum Glück auch gespielt.
Ich meine, mich auch an “Mirror Midnight” und “Cabaret” erinnern zu können, bei “Vampyre Girl” bin ich mir unsicher.
Hinzu kamen Songs des neuen Albums, z.B. “Crystal Morning”, “Until the Dawn” (sehr starker Song). Und, ebenfalls “zum Glück” wurde nicht die für mich sehr schräge Cover-Version von “Sounds of Silence” gespielt…
Zugabe waren zwei sehr ruhige Songs mit Piano-Begleitung (?) und dann – natürlich – “Dark Romantics”, sowas wie die ‘Awakening-Hymne’.
Grundsätzlich ein sehr ausgewogener Gig zwischen klassischem, bass-betontem Gothic Rock und Balladen. Synths aus der Konserve, ja, aber trotzdem wieder so ein Konzert, bei dem es mir einfach riesigen Spaß macht, den Musikern beim Spielen zuzuschauen. Talk about hand-made music.
Nyte wirkte teilweise etwas schüchtern, ich will nicht ‘verunsichert’ sagen, dafür dürfte er zu sehr Profi sein. Aber er meinte z.B. so etwas wie: bei so wenig Leuten brauche er viel Unterstützung. Dann witzelte er auf die Frage, wer wisse, wie das aktuelle Album heiße: “Ok, thanks to you … two.” Oder: die “20 of us” könnten sich später beim Merch zu einem Gespräch treffen.
Sehr sympathischer Auftritt, speziell die Interaktionen zwischen Nyte und dem Bassisten. Vom Gesang her einfach nur top.
Leider habe ich später erfahren, daß es auch für das Konzert in Berlin am 6.9. keine üppigen Kartenverkäufe gab. Immerhin hatten The Awakening die Möglichkeit, sich beim NCN-Festival einem größeren Publikum zu präsentieren. Wieder einmal frage ich mich, woran diese geringen Kartenverkäufe liegen: fehlt das Interesse an der Band, die schon im Herbst 25 in D unterwegs war? Wirbt der Promoter nicht genügend für die Tour? Oder gehen die Leute nach dem “langen Festival-Sommer” nicht gleich im September wieder auf Konzerte, die 1/4 eines Festival-Tickets kosten? Ich weiß es nicht.
Was ich weiß: solche Konzerte im kleinen Rahmen prägen sich ein und prägen meine Wünsche in bezug auf das, was ich künftig sehen und hören möchte.
