The Awa­ke­ning, Köln, 3.9.26

The AwakeningEin Fly­er auf dem M’era Luna mach­te mich neu­gie­rig: The Awa­ke­ning aus Süd­afri­ka wür­den ein paar Kon­zer­te in Euro­pa spie­len, u.a. in Köln – auf der “The Lost Theat­re Tour”.

Sän­ger Ash­ton Nyte ist eine Art Tau­send­sas­sa, hat etli­che Solo-Alben ver­öf­fent­licht, und eben 13 (!) mit/als The Awa­ke­ning zwi­schen 1997 und 2024 – zuletzt das schlicht “The Awa­ke­ning” genann­te Werk, jetzt, 26, “The Lost Theat­re” – mit gleich­na­mi­ger Tour.

Nyte wird auch als der “süd­afri­ka­ni­sche David Bowie” bezeich­net, was ver­mut­lich sowohl auf das Aus­se­hen, als auch auf die Stim­me gemünzt ist. Für mich hat er auch etwas von Rogue von den Crüx­sha­dows oder dem jun­gen Adam Ant.

Wir fuh­ren zum Club Vol­ta in Köln, der eine hal­be Stun­de vor Beginn noch sehr leer war. Small Talk mit dem Bar­kee­per – und wir erfuh­ren: zwei­stel­li­ger Ticket­ver­kauf, sehr scha­de alles… Oha. Und ja, spä­ter waren “wir” so um die 70 Leu­te, die sich alle mit Klat­schen, Rufen Mühe gaben, wie 200 zu klin­gen.

The AwakeningDa ich kein regel­mä­ßi­ger Awa­ke­ning-Hörer oder Fan bin, kann ich nicht all­zu­viel zur Set­list sagen, die auch für den Abend nicht online erstellt wur­de. Nyte spiel­te ent­we­der E‑Gitarre oder Aku­stik-Gitar­re, Drum­mer “Brot­her Seven” (?) spiel­te auch E‑Piano, hin­zu kam Bas­sist XY (“Dun­ker” mit Nach­na­me? Lei­der sind fast alle Quel­len (Web­site, Wiki­pe­dia) auf Nyte fokus­siert, so daß ich von wech­seln­den Musi­kern für Live-Auf­trit­te aus­ge­he.)

The AwakeningIch kann­te vor­ab v.a. die Songs der Antho­lo­gie XV. Sehr schön die Pia­no-Ver­si­on von “Ame­thyst”. “Fault”, “Indi­an Sum­mer Rain” und “Not­hing like the Rain” waren beim Hören Favo­ri­ten, wur­den zum Glück auch gespielt.
Ich mei­ne, mich auch an “Mir­ror Mid­night” und “Caba­ret” erin­nern zu kön­nen, bei “Vam­py­re Girl” bin ich mir unsi­cher.

Hin­zu kamen Songs des neu­en Albums, z.B. “Cry­stal Mor­ning”, “Until the Dawn” (sehr star­ker Song). Und, eben­falls “zum Glück” wur­de nicht die für mich sehr schrä­ge Cover-Ver­si­on von “Sounds of Silence” gespielt…

Zuga­be waren zwei sehr ruhi­ge Songs mit Pia­no-Beglei­tung (?) und dann – natür­lich – “Dark Roman­tics”, sowas wie die ‘Awa­ke­ning-Hym­ne’.

Grund­sätz­lich ein sehr aus­ge­wo­ge­ner Gig zwi­schen klas­si­schem, bass-beton­tem Gothic Rock und Bal­la­den. Syn­ths aus der Kon­ser­ve, ja, aber trotz­dem wie­der so ein Kon­zert, bei dem es mir ein­fach rie­si­gen Spaß macht, den Musi­kern beim Spie­len zuzu­schau­en. Talk about hand-made music.

Nyte wirk­te teil­wei­se etwas schüch­tern, ich will nicht ‘ver­un­si­chert’ sagen, dafür dürf­te er zu sehr Pro­fi sein. Aber er mein­te z.B. so etwas wie: bei so wenig Leu­ten brau­che er viel Unter­stüt­zung. Dann wit­zel­te er auf die Fra­ge, wer wis­se, wie das aktu­el­le Album hei­ße: “Ok, thanks to you … two.” Oder: die “20 of us” könn­ten sich spä­ter beim Merch zu einem Gespräch tref­fen.

The Awakening

Sehr sym­pa­thi­scher Auf­tritt, spe­zi­ell die Inter­ak­tio­nen zwi­schen Nyte und dem Bas­si­sten. Vom Gesang her ein­fach nur top.

Lei­der habe ich spä­ter erfah­ren, daß es auch für das Kon­zert in Ber­lin am 6.9. kei­ne üppi­gen Kar­ten­ver­käu­fe gab. Immer­hin hat­ten The Awa­ke­ning die Mög­lich­keit, sich beim NCN-Festi­val einem grö­ße­ren Publi­kum zu prä­sen­tie­ren. Wie­der ein­mal fra­ge ich mich, wor­an die­se gerin­gen Kar­ten­ver­käu­fe lie­gen: fehlt das Inter­es­se an der Band, die schon im Herbst 25 in D unter­wegs war? Wirbt der Pro­mo­ter nicht genü­gend für die Tour? Oder gehen die Leu­te nach dem “lan­gen Festi­val-Som­mer” nicht gleich im Sep­tem­ber wie­der auf Kon­zer­te, die 1/4 eines Festi­val-Tickets kosten? Ich weiß es nicht.

Was ich weiß: sol­che Kon­zer­te im klei­nen Rah­men prä­gen sich ein und prä­gen mei­ne Wün­sche in bezug auf das, was ich künf­tig sehen und hören möch­te.

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