5. Todes­tag Andrea Hau­gen

Andrea Hau­gen, gebo­ren 1969 in Deutsch­land als Andrea Mey­er, war die Künst­le­rin, die u.a. als “Haga­laz’ Run­edance” bekannt wur­de. Sie, die die Mytho­lo­gie der Wikin­ger mit ihrer Musik erkun­de­te, wur­de sin­ni­ger­wei­se Opfer des mit Pfeil und Bogen began­ge­nen Ter­ror­an­griffs in der Stadt Kong­sberg, Nor­we­gen, am 13.10.2021.
Andrea Hau­gen fehlt nun schon fünf Jah­re in der Musik­sze­ne.

Ich habe sie ein­mal per­sön­lich erlebt, 1999, d.h. als “Haga­laz’ Run­edance”, – und das in einer ‘loca­ti­on’, die auch schon das Zeit­li­che geseg­net hat: dem Zwi­schen­fall in Bochum-Lan­gen­d­re­er. So ver­ge­hen Orte und Per­so­nen, den­ke ich manch­mal, doch was bleibt, lt. den Hava­mal, ist “der Toten Taten­ruhm”. Dar­um muß man erzäh­len, erin­nern.

Hau­gen war unter ver­schie­de­nen Namen aktiv: zuerst als Aghast (1 CD), dann mit 4 Alben als Haga­laz’ Run­edance – die vor dem Fol­ge­pro­jekt Nebel­hexë (3 CDs) aktiv­ste Schaf­fens­pha­se.
Ver­hei­ra­tet war sie mit dem Emper­or-Gitar­rist Tomas Hau­gen; mit ihm hat sie eine Toch­ter.

Das Kon­zert im Zwi­schen­fall war eines der inten­siv­sten, schön­sten, die ich erle­ben durf­te. Da war soviel Kraft und Ener­gie im Auf­tritt Hau­gens – und das in einer Zeit, in der ich noch tief in der neu­heid­ni­schen Sze­ne ver­an­kert war. Das war See­len­mu­sik für mich.

Mit “Die Alten Feu­er von Mid­gard” hat Hau­gen ein Buch über die­ses ger­ma­ni­sche Neu­hei­den­tum, Asatru genannt, ver­faßt. Es ist in kom­pri­mier­ter Form eine gute Über­sicht über Mytho­lo­gie, Ritua­le, Jah­res­kreis­fe­ste und die Runen, wobei sie sich hier sehr an Freya Aswynn anlehnt (“Die Blät­ter von Ygg­dra­sil”), was nichts Schlech­tes ist. Das Buch stach sei­ner­zeit als (zunächst nur) deut­sche Publi­ka­ti­on in einem sehr US-ame­ri­ka­nisch domi­nier­ten Revi­val der alten Reli­gi­on her­aus.

Wer gewalt­sam stirbt, wer durch eine Waf­fe stirbt, kommt, so mag auch Hau­gen geglaubt haben, nach Val­hal­la. Viel­leicht bist du dort als Skal­din für Odin tätig: ich trin­ke heu­te ein Bier auf Dich!

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