Träu­mer

Schon mei­nen Spiel­ge­nos­sen hieß ich Träu­mer;
Denn wie ein Bru­der eng­ver­wandt von je,
Fühlt’ ich, o Schmerz, du tie­fer, all­ge­hei­mer,
Mich dir und dei­nem dunk­len Weh.

Wenn lachend über mir des Lebens blau­er
Licht­him­mel hängt, mich Scherz und Lust umhallt,
Doch stets zu dir in dei­ne ern­ste Trau­er
Zurück­ge­zo­gen werd’ ich bald.

In mich mit lan­gen, durst’gen Zügen sau­ge
Ich dei­nen Odem, wäh­rend so ver­traut,
Und wie aus Welt­all­tie­fen doch, dein Auge,
Das gro­ße, dun­kel auf mich schaut.

Da fühl’ ich: aus dem düstern Reich dort unten
Nur kommt die Wei­he in des Men­schen Brust,
Und matt und schal erscheint mit ihren bun­ten
Trug­bil­dern mir der Erde Lust.

[A.F. v. Schack, Wei­he des Schmer­zes]

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