M'era Luna 2025

M’era Luna 2025 – Frei­tag

Vor­ab: ich schil­de­re mei­ne per­sön­li­chen Ein­drücke. Ich kann nichts zu den Begleit­an­ge­bo­ten (wie Schwar­zes Yoga, Work­shops, Crypt Talk, Mode­schau) sagen, weil mich das nicht inter­es­siert. Viel­leicht inter­es­siert es mich auch des­we­gen nicht, weil z.B. die Her­ren von Aster und Heitz Dau­er­gä­ste sind, und mich schon die­se Mono­to­nie ärgert. Ich habe kei­nen Bezug zu ihren Wer­ken, neben­bei: Video von Myth­cri­tic zu “Deut­scher Fan­ta­sy” (im Ver­gleich zur Angel­säch­si­schen) – da bekommt auch Heitz sein Fett weg – gut, auch der Herr San­der­son. (Soll hei­ßen: Erfolg meint nicht zwin­gend auch hoch­ka­rä­ti­gen Inhalt.)
So, hoch­mo­ti­viert sprin­gen wir in den Text:

25 Jah­re M’era Luna Festi­val: beim ersten war ich auch dabei. Damals in einer völ­lig ande­ren Lebens­si­tua­ti­on, mit einem ande­ren Men­schen an mei­ner Sei­te und auch mit ande­ren Uten­si­li­en – nament­lich einem Zelt.

Für uns war die­ses kalen­da­ri­sche Jubi­lä­um, das nicht das 25. M’era Luna bedeu­te­te, son­dern das 24., auch mit etwas Neu­em ver­bun­den: die­ses Jahr kamen wir mit einem Van, hat­ten ein Wohn­mo­bil-Ticket ergat­tert und freu­ten uns dar­auf, doch etwas ent­spann­ter über­nach­ten zu kön­nen.

Also sind wir am Don­ners­tag zunächst gemüt­lich Rich­tung Nor­den gefah­ren, stan­den dann län­ger in einer Voll­sper­rung der A5. Letzt­lich kamen wir am spä­ten Nach­mit­tag gut 30km vor Hil­des­heim auf einem WoMo-Stell­platz an einem Schwimm­bad an. Wir über­nach­te­ten hier mit min­de­stens drei ande­ren ML-Besu­chern, bevor wir mor­gens um 6 die letz­ten Kilo­me­ter hin­ter uns brach­ten. Die­ses Zeit­fen­ster war so eine Art sweet spot, denn “unser Anfahrt­stau” war noch sehr erträg­lich.

Etwas zur Anrei­se, unser Blick und Infos von ande­ren: Die Social Media sind voll von mas­si­ver Kri­tik an der Zufüh­rung zu den Park­plät­zen à la “nie so schlimm wie die­ses Jahr”. Was einer schreibt, ist uns auch pas­siert: wir wur­den an der Zufahrt vor­bei­ge­lei­tet: “Wei­ter­fah­ren, wen­den, zurück­kom­men”. Das hat für alle – auch die vie­len LKW in der Schlan­ge nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen. Es stau­te sich spä­ter viel kras­ser zurück; wir erfuh­ren von Leu­ten, die Stun­den im Stau – auf den letz­ten 2km – stan­den. Unse­re Erfah­rung mit den Ein­wei­sern vor Ort: die dis­ku­tie­ren zuviel. “Gehört ihr auch zu der Grup­pe?” “Nein.” “Dann fahrt jetzt erst­mal gera­de­aus wei­ter.”
Offi­zi­ell war WoMo-Ein­laß ab 7 am Frei­tag, ca. 6:15 hielt man dem Andrang nicht stand und mach­te auf. Gegen 7:30 waren wir auf dem Platz und – der war min­de­stens zu 1/4 voll. War­um? Weil die Leu­te die 100€ “Straf­ge­bühr” für die Don­ners­tags-Anrei­se als Obo­lus für (fast) freie Platz­wahl zah­len. Don­ners­tag­abend sind die ersten wohl gegen 21 Uhr rein­ge­las­sen wor­den – man such­te sich die besten Plät­ze – und reser­vier­te für Grup­pen.

Es wäre bes­ser gewe­sen, das WoMo-Are­al zu ver­grö­ßern. Eine eben­falls öfter gehör­te Ver­bes­se­rung wäre: feste Platz­zu­wei­sung durch die Ord­ner ohne Dis­kus­sio­nen. Dann gibt es eben kein Camp aus 2 WoMos, drei Wohn­an­hän­gern, Rie­sen-Fest­zelt, (ver­bo­te­nem) Aggre­gat usw. Da muß man dann zum Fei­ern fra­gen: wo tref­fen wir uns? Ist das wirk­lich so schwer für zwei Tage bei vol­lem Musik­pro­gramm?

Da stan­den 7,5‑Tonner mit Pool auf dem Anhän­ger, da wur­den vier Zel­te neben Mini-Van auf­ge­baut, es wur­de mas­siv frei­ge­hal­ten für spät Anrei­sen­de – ohne daß die Ord­ner was sag­ten. Letzt­lich wur­den die am Frei­tag­nach­mit­tag Ankom­men­den auf eine “gro­ße Run­de” geschickt: schaut mal, wo was frei ist. So wur­de dann die Lan­de­bahn (Ret­tungs­weg!) mit­tig mit Fahr­zeu­gen zuge­stellt. Die Pra­xis des lais­ser fai­re wird aus­ge­nutzt – so ein­fach ist das. Ent­we­der man ver­grö­ßert das Are­al oder man weist feste Plät­ze zu. Uns wur­de von einem Festi­val berich­tet, Name habe ich ver­ges­sen, wo man im vor­aus feste “Par­zel­len” bucht. Das hat was.

Wir haben einen Platz am Begren­zungs­zaun im Nor­den bekom­men – gut 1 km vom Infield weg. Das war ein ruhi­ger Platz, aber eben auch “weit ab vom Schuß”.

Am Nach­mit­tag haben wir mit R. und sei­ner Toch­ter L. Kon­takt auf­ge­nom­men, die auch nach län­ge­rem Stau auf dem Zelt­platz ange­kom­men waren. Erst­mal Bänd­chen geholt, dann mal zum Merch geschlen­dert und Shirts gekauft. Zurück zum Auto, gemüt­li­ches Abend­essen.

Auf dem Weg zum Infield haben wir dann das “Black Din­ner” gese­hen: lan­ge, auf der Lan­de­bahn auf­ge­bau­te Tafeln, an denen man “stan­des­ge­mäß” dinier­te. Das war offen­bar eine Com­mu­ni­ty-Idee, die wohl nur über Face­book kom­mu­ni­ziert wor­den war. Ein­fach schön, was man sich so ein­fal­len läßt.

Der Abend, das Pro­gramm, begann mit Stimm­ge­walt, einer (“Dark”-)A‑Capella-Gruppe aus 12 Sän­ge­rin­nen und Sän­gern, die bekann­te Sze­ne-Lie­der covern (neben der Unter­stüt­zung von Bands mit Hin­ter­grund­chö­ren, damit die syn­the­ti­schen Chö­re ersetzt wer­den kön­nen). Mir hat ASPs “Und wir tanz­ten” sehr gut gefal­len. Grund­sätz­lich ein schö­ner, fast “klas­si­scher” Auf­takt für das Festi­val.

Stimmgewalt
Stimm­ge­walt

Dann spiel­te schon der Head­li­ner des Vor­abends, Lord of the Lost, mit einem Release-Set des neu­en Albums Opvs Noir Vol. 1. Ich höre L. nor­ma­ler­wei­se nicht, aber das war eine sehr gute Show, alles stim­mig und pro­fes­sio­nell in Sze­ne gesetzt – und ich wer­de mir Opvs Noir anhö­ren, weil es mög­li­cher­wei­se mei­nen Musik­ge­schmack bes­ser trifft als “Blood & Glit­ter” & Co. Sehr, sehr gut war das “Small-Town-Boy”-Cover und das Lied, in dem “the dama­ge I did to my soul” vor­kam. Muß ich mir anhö­ren.

Lord of the Lost
Lord of the Lost

Fan­ta­stisch der Abschluß mit Gän­se­haut-Garan­tie: zur eigens für das Jubi­lä­um geschrie­be­ner Hym­ne “Dark Heart of the Moon” wur­de ein Feu­er­werk über der Büh­ne ver­an­stal­tet. Wahn­sinn! Feuch­te Augen und das Gefühl: wie­der “daheim” zu sein – mit all den schwar­zen (und nicht so schwar­zen) Gestal­ten.

[Ich habe ein Video von die­sem Feu­er­werk, weiß aber nicht, ob ich es so ohne wei­te­res hier ein­stel­len darf. Die M’era-Luna-Pres­se­stel­le hat sich bei mir auf die Anfra­ge dazu nicht gemel­det.]

Doch das “Daheim­sein” müs­sen wir am Sonn­tag beim Fazit noch­mal über­den­ken.

Abendstimmung, M'era Luna 2025
Abend­stim­mung, M’era Luna 2025

Hier geht’s wei­ter zum Sams­tag.

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